Den richtigen Hochzeitsfotografen finden: Worauf Brautpaare achten sollten!

Standesamt undenheim fotograf

Sind wir ehrlich, Hochzeitsfotografen (im folgenden wird die maskuline Form verwendet), gibt es im Zuge der digitalen Fotografie sehr viele und Dank der einfachen Internet Recherche wird man von Angeboten und Webseiten überflutet. Somit ist die Auswahl, je nach Ansprüchen, nicht unbedingt eine leichte und einfache Angelegenheit.

Für mich als Hochzeitsfotograf ist es natürlich gewiss nicht einfach, objektive Tipps für die Auswahl des richtigen Fotografen zu geben, da man zugegebenermaßen auch nicht unbedingt einen Pizzabäcker fragt, welche Pizzeria die leckersten Pizzen backt. Geschmäcker sind zum Glück sehr verschieden. Dennoch soll dieser Ratgeber Euch eine Hilfestellung und Unterstützung bieten, Euren richtigen Hochzeitsfotografen zu finden.

1. Euer Anspruch an Hochzeitsfotos

Als erstes solltet Ihr Euch Fragen, welche Ansprüche ihr selbst an Eure Hochzeitsfotos stellt und was Ihr Euch von eurem Hochzeitsfotografen wünscht und erwartet. Sowie was und gegebenenfalls nicht bzw. No-go Kriterien sind.
Wollt Ihr einfach nur ein paar Hochzeitsbilder, ohne großen Anspruch, was mehr als legitim ist, also am liebsten einfach ein paar Schnappschüsse und Gruppenfotos ? Falls ihr diese Frage mit “Ja” beantwortet, dann braucht Ihr vielleicht gar nicht länger weiter Suchen und findet Euren „Fotografen“ bereits im Freundeskreis oder Ihr fragt Freunde ob jemand privat fotografiert und eine Kamera besitzt und sich dies auch zutraut.

Alternativ könnt Ihr auch ein Fotografen Portal wie z.B. MyPartyFotograf aufrufen, die Anzahl der Stunden auswählen, Datum, Uhrzeit und Ort eingeben, bezahlen klicken und fertig ist die Buchung Eures Hochzeitsfotografen.

Welcher Fotograf letztendlich zu Eurer Hochzeit kommt, wie er fotografiert oder ob er zum erstem Mal eine Hochzeit fotografiert, wisst Ihr natürlich nicht, aber Ihr wollt ja auch nur ein paar Schnappschüsse von Eurer Hochzeit. So habe ich damals im Übrigen auch angefangen.

Denkt Ihr jetzt „Nein, nein,“ auf gar keinen Fall, ein Hochzeitsfotografist neben der Hochzeitslokation, einem tollen Essen und einer tollen Party das zweit/dritt Wichtiges, denn damit bleibt dieser Tag für uns in Bildern in Erinnerung. Dann solltet Ihr Euch mehr Zeit und intensiver mit der Auswahl Eures Hochzeitsfotografen beschäftigen. Dies kann durchaus mehrere Wochen dauern, bis letztendlich alles unter Dach und Fach ist und Ihr Euren Hochzeitsfotografen gefunden und gebucht habt.

2. Eine Frage des Stils

Um diesen Schritt näher zu kommen, solltet ihr Eure Wünsche konkretisieren d.h. welche Aspekte Eurer Hochzeit möchtet Ihr fotografisch festhalten? Wollt ihr die Trauung, Gratulation und Sektempfang und ein Paarshooting für die Ewigkeit ablichten und zusätzlich ggf. noch das “Getting Ready” der Braut und Bräutigam um hier Eure Hochzeit komplett festzuhalten, dann solltet Ihr Euch mit einer Hochzeitsreportage beschäftigen bzw. Euren Fotografen in spe danach beurteilen, wie er diese in Form einer Hochzeitsreportage umsetzt. Wichtig ist hierbei komplette Galerien von Hochzeiten in Form eines Blogs zu betrachten und sich nicht von „Best of“ Bildern blenden zu lassen.

Des weiteren solltet Ihr Euch überlegen welchen Bildstil ihr bevorzugt. Möchtet Ihr Eure Hochzeitsbilder eher bunt und farbenfroh oder lieber dezent in roten Tönen was momentan „hip“ aber nicht zeitlos.

Achtet bei der Beurteilung auch darauf, ob Ihr erkennen könnt, dass der Fotograf auch für Ihn unbequeme Positionen einnimmt. Begibt er sich beispielsweise bei der Fotografie von Kindern auf deren Augenhöhe oder eher nicht ?

3. Die Webseite des Fotografen

Die Webseite ist heutzutage natürlich das Aushängeschild und erste Anlaufstelle für die meisten Brautpaar. Sicherlich werdet Ihr für die Suche eine Suchmaschine oder KI benutzen und anhand von Eurem Heimatort und Suchanfragen wie “Hochzeitsfotograf” auf die ersten Treffer und insbesondere auch Google Anzeigen stoßen.
Alternativ könnt Ihr natürlich Eure Hochzeitslokation mit der Suche kombinieren z.B. „Hochzeitsfotograf Burg Schwarzenstein“. Als erstes sollte daher als Empfehlung gelten, schaut Euch die Bilder welcher der Fotograf präsentiert genau an, und achtet darauf, dass Ihr die Möglichkeit habt nicht nur die Bilder in einer sogenannten “Galerie” zu sehen, welche meistens „Best of“ Bilder darstellen, sondern schaut Euch mehrere komplette Bilderserien von verschiedenen Brautpaaren und Hochzeiten an. Nur dadurch ist es möglich den eigentlichen Bildstil und Art und Weise wie der Fotograf fotografiert zu erkennen. Bildet Euch auch vorab eine Meinung, was Ihr selber für Fotos von Eurer eigenen Hochzeit erwartet und schaut, ob Ihr Euch in diesen Bildern und ggf. der bereits gewählten Hochzeitslokation wiedererkennen könnt. Ist dieser der Fall habt ihr einen wichtigen Schritt in die Richtige Wahl Eures Hochzeitsfotografen getan. Gefallen Euch die Bilder auf der Webseite des Fotografen, so werdet Ihr automatisch länger auf der Seite verbleiben und Euch intensiver mit dem Fotograf beschäftigen wollen. Sprich wer steht eigentlich hinter der Kamera ? was erzählt er über sich ? wie sympathisch kommt er rüber ? All dies könnt Ihr bereits durch die Webseite etwas in Erfahrung bringen oder schaut ob der Fotograf auch andere Kanäle wie Instagram, Facebook und den jeweiligen Stories an, welcher der Fotograf postet. Vergesst natürlich auch Youtube und Vimeo nicht und informiert Euch, was der Fotograf auf diesen Kanälen anbietet (Stichwort Hochzeitsvideos). Des weiteren solltet Ihr auch Google My Business Eintragungen oder Rezensionen auf Facebook genauer anschauen, wie zufrieden Kunden mit dem Fotograf waren bzw. was Kunden über den Fotografen schreiben. Dies alles hilft Euch sicherlich weiter Euren Eindruck zu vertiefen.

4. Der Fotograf selbst

Ebenso solltet Ihr ein Gefühl dafür entwickeln, welche Persönlichkeit der Fotograf ausstrahlt.Kommt er sympathisch rüber ? sucht Ihr eher einen Fotografen, welche ggf. auf Eurer Hochzeit auch auffällt oder eher nicht. Ja, diese gibt es wirklich, welche dann mit “Hut und Co” auftreten um somit “etwas Show” zu bieten. Fragt Euch genau was Ihr sucht und auch nicht haben möchtet. Bei uns war dies z.B. dass ein Kettenraucher ein “no-go Kriterium” darstellt, was wir zum Glück vorher herausgefunden hatten. Überlegt auch den Fotografen per Facetime oder Zoom zu kontaktieren (nach Absprache) oder schlagt ein Treffen vor, falls Ihr Euch vorher Kennenlernen möchtet. Vergesst aber an dieser Stelle nicht, dass man hier Kompromisse eingehen sollte, da dies Zeit und Kosten für den Fotografen bedeutet.

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4. Empfehlungen

Sind natürlich eine gute Ausgangsbasis um schnell einen Hochzeitsfotografen zu finden und kann die Sache vereinfachen. Vorausgesetzt, dass Euch die Bilder genauso gefallen und Emotionen in Euch hervorrufen. Ideal ist es natürlich, wenn Ihr auf Hochzeiten eingeladen seid und den Fotografen beobachten könnt wie er agiert und interagiert. Oftmals kann man bereits hier den eigenen Hochzeitsfotografen finden, was bei mir schon oft vorgekommen ist.

5. Messebesuche

Messebesuche sind auch eine Möglichkeit in gebündelter Form unterschiedliche Fotografen kennen zulernen. Aber denkt daran, nicht jeder Fotograf kann und möchte hier teure Messegebühren von mehreren tausend Euro aufbringen und andererseits ist es für manche Fotografen auch gar nicht notwendig, diesen Kanal zu bedienen zu müssen..

6. Euer Hochzeitsbudget und Preise

Selbstverständlich spielt neben der Bildersprache, der Persönlichkeit das zur Verfügung stehende Hochzeitsbudget eine wichtige Rolle. Von daher solltet ihr Euch im Vorfeld diesen Punkt mit einfließen lassen und entsprechend abwägen.

Konkret heißt dies z.B. investieren wir lieber mehr z.B. in Blumenschmuck und machen wir dann ggf. Abstriche beim Fotografen ? Hierzu ist es aber erstmals überhaupt wichtig zu überlegen, für welche Teile Eurer Hochzeit Ihr einen Hochzeitsfotografen sucht. Sprich, wollt Ihr nur die Trauung und die Gratulationen verewigt haben oder auch das „Getting Ready“ um auch diese Momente festzuhalten, die Ihr getrennt voneinander verbringt (Tipps hierzu findet Ihr im Bereich Hochzeitsreportage) oder Teile der Abendveranstaltung und der anschließenden Party und Eures Hochzeitstanzes ?

All dies beeinflusst selbstverständlich die Anzahl der Stunden vor Ort für einen Fotografen und im Endeffekt die Zeit der aufwendigen Nachbearbeitung. Hierzu solltet Ihr im Vorfeld einen groben Zeitplan erstellen, welcher nicht zu genau ins Detail gehen muss. Gerne können wir natürlich Euren Plan einmal unverbindlich besprechen.
Nach über 350 Hochzeiten als Hochzeitsfotograf kann ich Euch gerne Tipps und Empfehlungen aussprechen.

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7. Transparenz oder schon wieder ein Kontaktformular?

Bei der Wahl eines Hochzeitsfotografen ist mir Transparenz besonders wichtig. Preise sollten klar ersichtlich sein, ohne dass man erst ein Kontaktformular ausfüllen muss. Bei unserer eigenen Hochzeit hat mich die aufwendige Recherche viel Zeit und Nerven gekostet. Deshalb findet ihr meine Angebote und Preise offen und transparent aufgelistet.
Achtet bei der Auswahl auch darauf, was genau enthalten ist und ob zusätzliche Kosten entstehen. Werden alle Fotos bearbeitet oder nur ein Teil? Wie werden die Bilder bereitgestellt? Fallen Anfahrtskosten an? Wie werden Zusatzstunden berechnet? Bietet der Fotograf zusätzliche Leistungen wie Slideshows, Hochzeitsbücher oder Hochzeitsvideos an? Und besonders wichtig: Erfolgt die Bildbearbeitung individuell oder nur per Filter?

JJe nachdem, wie intensiv ihr nach einem Hochzeitsfotografen suchen möchtet, kann es hilfreich sein, zunächst eine Longlist und anschließend eine Shortlist mit euren Favoriten zu erstellen. Prüft dabei zuerst, ob die Fotografen an eurem Hochzeitstermin überhaupt noch verfügbar sind. Gute Hochzeitsfotografen sind – ähnlich wie beliebte Hochzeitslocations – oft ein Jahr oder länger im Voraus ausgebucht.
Für eure Auswahl könnt ihr Kriterien wie Bildstil, Emotionen, künstlerische Gestaltung, den Eindruck beim Gespräch sowie eure Preisvorstellung berücksichtigen und daraus eure finale Entscheidung treffen. Bedenkt außerdem, dass die meisten Fotografen Termine nicht lange reservieren können.
Leider berichten manche Paare auch von Fotografen, die kurzfristig absagen, weil sie einen lukrativeren Auftrag annehmen – aus meiner Sicht ein absolutes No-Go.

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8. Zeitpunkt der Auswahl und Entscheidung

Meine Empfehlung ist generell, bei für Euch wichtigen Aspekten z.B. Wahl der Hochzeitslokation, Kirche frühzeitig um freie Termine kümmern. 
Hochzeitslokationen werden mittlerweile schon Jahre im voraus gebucht, von daher kümmert Euch lieber frühzeitig um für Euch wichtige Aspekte. Nichts ins unschöner wenn man nicht in der Traum-Hochzeitslokation feiern kann oder man von Dienstleistern wie z.B. Hochzeitsfotografen Absagen bekommt, weil der Termin schon vor Monaten gebucht wurde.

Endlich am Ziel ?

Nehmt die Kontaktaufnahme mit eurem Wunsch-Hochzeitsfotografen möglichst frühzeitig vor, um euren Wunschtermin zu sichern – auch vor der endgültigen Buchung eurer Location.
Gebt bei der Anfrage unbedingt Datum, Ort der Feier und eine grobe Vorstellung über Stundenumfang oder gewünschte Leistungen an.

Bedenkt auch, dass viele Hochzeiten im Sommer und an Samstagen stattfinden – diese Termine sind begrenzt, häufig ab einer Mindestbuchungsdauer von z. B. 8 Stunden. Außerhalb der Saison gibt es oft mehr Flexibilität bei Preis und Stundenanzahl. Prüft nach der Kontaktaufnahme auch euren Spam-Ordner, falls keine Rückmeldung erfolgt.